Buch des Monats November: "Die Riesinnen" von Hannah Häffner
Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald, ist die Heimat dreier Frauen. Groß und dünn überragen sie alle anderen und wollen so gar nicht in die Dorfgemeinschaft passen. Und doch sind sie hier verwurzelt und müssen ihren eigenen Weg in den engen Grenzen des Dorfes finden. Liese, die still und unerbittlich die Metzgerei führt. Cora, ihre Tochter, die Wütende, die ausbrechen wird und lernen muss, dass Heimkehr keine Niederlage ist. Und Eva, Coras Tochter, die den Wald so sehr liebt und sich dessen erst bewusst werden muss.
Mit im Vorfeld bereits hochgelobten Romanen muss man vorsichtig sein, denn manchmal halten diese nicht, was sie versprechen – natürlich ist das Leseerlebnis und die Sichtweise sehr individuell. Bei diesem Romandebüt von Hannah Häffner jedoch verhält es sich anders. Die Autorin beschreibt drei Generationen von Frauen, die es alle miteinander nicht leicht haben. Seien es familiäre oder persönliche Konflikte, die Erwartungshaltung der Mitbürger im Dorf oder dass man einfach ganz anders ist und die Dinge unkonventionell angeht und löst.
Dieser „Heimatroman“ überzeugt mit seinen außergewöhnlichen, gegen den modernen Trend lebenden Personen. Die drei Protagonistinnen erfahren trotz der Attraktivität der Städte mit ihrer Unterhaltungsindustrie eine tiefe Zufriedenheit an ihrem Ort, im Wald, auf dem Land. Obwohl alle drei ursprünglich ihrem Dorf den Rücken kehren wollen, finden sie doch auf dem Land eine Art Erfüllung.
Buchtipp von Sonja Bäuerle, Büchereiteam
